Die Esemädchen
Die Esemädchen hatten in dem alten Fischerdorf eine wichtige Funktion. Sie wohnten den ganzen Sommer über in den Esehütten am Strand mit den Fischern zusammen und sie waren es, die die Köder (das Es) an den langen Seilen anbrachten, die insbesondere für den Fang von Dorsch und Schellfisch verwendet wurden. Die Seile wurden auf dem Meeresgrund gelegt und hatten kleine Schnüre, die an einem Fanghaken endeten, auf dem der Köder saß. Jedes Seil hatte 100 200 Schnüre mit Haken. Bojen makierten, wo sie ausgelegt waren.
Nachdem die Seile eingeholt und der Fang in Kisten gelegt worden war, mussten die Seile für den nächsten Fang vorbereitet werden. Die Esemädchen entwirrten sie, alte Köder wurden entfernt und die Seile wurden auf flache Holzkisten gelegt. Das musste mit viel Sorgfalt geschehen, damit die Seile leicht hinunter gleiten konnten, wenn sie vom Boot aus ausgelegt wurden. Ein Esemädchen konnte täglich ca. 2400 Haken bewältigen, sofern genug Köder vorhanden waren. Da es bei Nymindegab keine Sandwürmer gibt, bestand der Köder aus kleinen Heringsstückchen, für die man die Heringe zunächst fangen musste. Die drei Esehütten unten am Nymindegab Kro, wo ursprünglich der Auslauf des Ringköbing Fjord war, geben zusammen mit dem kleinen blauen Holzkutter einen kleinen Einblick in ein Alltagsleben, das hart und bescheiden war.